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Inforaum — das Magazin für Raumentwicklung

Interessante Publikationen rund um die Raumentwicklung

Von Zukunftsszenarien über wählerische Insekten und bis zur koordinierten Entwicklung im ländlichen Raum: In den vergangenen Monaten sind einige interessante und hilfreiche Publikationen, Studien und Arbeitsinstrumente entstanden.

Wir beginnen mit der Zukunft … #

Das WSL hat fünf Szenarien präsentiert, wie unsere Gesellschaft am Ende des 21. Jahrhunderts aussehen könnte und was dies für das Klima heisst. Die «SSP-CH Sozioökonomischen Szenarien für die Schweiz» zeigen mögliche Pfade auf – von hochtechnologisiert und auf erneuerbaren Energien basierend bis zu einer Schweiz, die lange Zeit auf fossile Energien setzt.

… und bleiben beim Klima #

Der Bericht «Für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung in Gemeinden» des ARE fokussiert auf raumplanerische Massnahmen, die insbesondere kleinen und mittelgrossen Gemeinden bei der Anpassung an den Klimawandel im bebauten Raum helfen.

Ebenfalls praktische Werkzeuge bietet das WSL für den Umgang mit dem Klimawandel in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft – mit einer Reihe von Webapps.

Ein neuer Podcast der SCNAT beschäftigt sich mit der Frage, wie der Klimawandel unsere Landschaften verändert und wie diese gestaltet werden müssen, damit sie ihre Funktionen weiter ausüben können.

Ebenfalls von der SCNAT ist der Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz 2026», der eine aktuelle Syntheseübersicht über die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel spezifisch zur Schweiz bietet.

Schliesslich zeigt das EU-Horizon-Projekt ReHousIn, wie städtische Strategien für eine Klimaanpassung die Bezahlbarkeit des Wohnens beeinflussen. Zusätzliche Grünflächen beispielsweise können ökologische Vorteile bringen, aber auch zu steigenden Mietpreisen und Verdrängung führen. Der NSL-Newsletter greift das Beispiel des Überlandparks in Zürich-Schwamendingen auf.

Schwebfliegen lassen sich mit zunehmend dichter Verbauung immer seltener blicken, weil sie in stark bebauten Quartieren keinen geeigneten Lebensraum finden. 

(Quelle: I, ArtMechanic Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0)

Als nächstes geht’s um Biodiversität, Landschaft und Lärm #

Eine WSL-Studie zeigt, dass den Insekten in der Stadt Blumen allein nicht genügen. Das Blütenangebot in dicht bebauten Quartieren hilft zwar Wildbienen oder Hummeln, aber Käfer und Schwebfliegen finden nicht zu Blumen. Nötig sind mehr insektenfreundliche Grünflächen.

Sie suchen schnellen Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen rund um die Biodiversität? Mit dem ValPar.CH-Praxisnavigator finden Sie sie. Die digitale Plattform zeigt, wie sich die Ergebnisse und Empfehlungen konkretisieren lassen.

Eine weitere Studie des WSL zeigt, dass die heutigen Auenschutzgebiete nicht ausreichen und neue Gebiet mit eingeplant werden sollten. Als Beispiel einer erfolgreichen Planung gilt der Auenschutzpark Aargau.

Ein Auen-Spaziergang entspannt, aber auch Naherholungsgebiete können ziemlich lärmig sein. Gestalterische Massnahmen wie Bäume oder Wasserelemente kompensieren die Lärmbelastung. Wie das geht, zeigen zwei neue WSL-Publikationen.

Silberweiden bei Hochwasser im Mai 2021 bei Villnachern AG. Der Auenschutzpark Aargau ist ein Vorzeigebeispiel für einen erfolgreichen Artenschutz in dynamischen Lebensräumen. 

(Quelle: Norbert Kräuchi)

Von Stadt und Land #

Die Statistik der Schweizer Städte 2026 des Schweizerischen Städteverbands präsentiert Zahlen und Fakten rund um die urbane Schweiz. Der Fokus der aktuellen Ausgabe: die Arbeitswelt. Fast vier Millionen Menschen arbeiten in den Schweizer Städten – grossen und kleinen. Das macht pro Einwohnerin/Einwohner 0,84 Beschäftige.

Der Entwicklungsprozess Ländlicher Raum (ELR) ist ein Instrument des BLW und des SECO, das eine koordinierte Entwicklung des ländlichen Raums anstrebt. Die bestehende Wegleitung wurde überarbeitet und weiterentwickelt – neu ist ein ELR über den landwirtschaftlichen Bereich hinaus möglich. Die Plattform regiosuisse bietet eine Fülle praktischer Informationen zum ELR.

Verdichtung und deren Planung #

Die Schweizer Bevölkerung nehme Verdichtung als Lebensrealität wahr und stehe ihr grundsätzlich offen gegenüber. Dies zeigt der erste Verdichtungsbarometer Schweiz der Raumpionier AG. Ein Akzeptanzproblem habe allerdings oft der entsprechende Prozess.

Eine interessante Studie präsentierte die Metron AG zum Zusammenspiel von Regelbauweise und Sondernutzungsplanung (SNP) in den vier Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Bern und Solothurn. Die Analyse im Kontext der Verdichtung und Qualitätssicherung zeigt, dass die Anzahl SNP in den letzten zehn Jahren konstant blieb und die wahrgenommene Mehrbelastung unter anderem auf die zunehmende Komplexität zurückzuführen ist.

An dieser Stelle weisen wir gerne auf unser Dossier Raum & Umwelt 3/2025 hin, das den SNP als wirksames Instrument zur qualitätsvollen Verdichtung verdeutlicht. Das Dossier beleuchtet die unterschiedlichen Rollen des SNP und zeigt anhand verschiedener Beispiele dessen Wirkungsfelder auf.

Ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Innenentwicklung ist die Mitwirkung. Eine Studie von UNICEF Schweiz und Lichtenstein zeigt, dass Kinder und Jugendliche bei der Planung meist nur punktuell miteinbezogen werden. Der Wille sei da, aber oft fehle es an Wissen in den Gemeinden.

Ein Leitfaden für eine nachhaltige Entwicklung in Gemeinden und Städten stellt der Verein Antenne Nachhaltige Quartiere zur Verfügung. Er zeigt auf, wie man einen Verein gründet oder ein Nachhaltigkeitskonzept entsteht.

Zum Schluss der Verkehr #

Eine Vergleichsstudie der ETH Zürich mit 30 Städten weltweit untersuchte, warum der Verkehr in Städten fliesst oder eben nicht. Das Resultat: Es hängt nicht allein von den Strassen ab, sondern auch wie eine Stadt gebaut ist: Eine zersiedelte Stadt hat tendenziell mehr Verkehr, Mischnutzungen führen zu weniger Verkehr.

Das ARE hat in den letzten Monaten eine Reihe praktischer Leitfäden und Handbücher zum Thema Mobilität veröffentlich, so jüngst ein Merkblatt mit praktischen Beispielen für regionale Park + Ride-Anlagen. Auf der Dokumentationsseite des ARE finden Sie diese und weitere Publikationen des ARE.