Inforaum — das Magazin für Raumentwicklung
29. Sept. 2026
Raumrelevante Resultate vom Abstimmungssonntag
Der Mehrwertausgleich im Kanton Basel-Landschaft, Tempo 30 im Kanton Schaffhausen, grenzüberschreitende Infrastruktur im Kanton Genf sowie die Hochhausrichtlinien der Stadt Zürich: Diese Vorlagen mit Auswirkungen auf den Raum kamen am 27. September an die Urne.
Das «Lochergut» aus den 1960er-Jahren in Zürich-Wiedikon ist 63 Meter hoch. Die neuen Hochhausrichtlinien der Stadt Zürich verlangen einen Gestaltungsplan für Gebäude über 60 Meter.
(Quelle:Patrick Federi Unsplash)
Zuerst zu den kantonalen Vorlagen:
Im Kanton Basel-Landschaft bleibt es bei der bisherigen Praxis: Es gilt eine Mehrwertabgabe von 20 Prozent bei Einzonungen; die Gemeinden können die Abgabe bei Um- und Aufzonungen selbst regeln (gemäss einem Bundesgerichtsentscheid). Die Stimmberechtigten haben sowohl die Initiative «Fairer Kompromiss bei der Mehrwertabgabe» des HEV Baselland als auch den Gegenvorschlag des Landrats abgelehnt. Die Initiative hätte bei Umzonungen eine Mehrwertabgabe von maximal 30 Prozent des Bodenmehrwerts vorgesehen, bei Aufzonungen hingegen keine. Der Gegenvorschlag hätte den Gemeinden bei Um- und Aufzonungen eine Abgabe von höchstens 30 Prozent ermöglicht.
Auch im Kanton Schaffhausen kam es zu einem doppelten Nein: Die Stimmbevölkerung will nichts von strengeren Regeln für Tempo 30 wissen. Sowohl die «Verkehrsfluss-Initiative» als auch der Gegenvorschlag wurden abgelehnt. Die Initiative wollte Tempo 30 auf Hauptstrassen faktisch verbieten, der Gegenvorschlag nur noch in begründeten Ausnahmefällen zulassen. Für Überraschung sorgte, dass auch sehr viele ländliche Gemeinden die Verschärfungen ablehnten. Aktuell fordert eine Volksmotion, dass die Gemeinden abschliessend über Tempo 30 bestimmen können.
Im Kanton Genf ging es um grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte. Die Stimmberechtigten stimmten einem Kredit von knapp 40 Millionen Franken zu. Damit sollen Mobilitäts- und Verkehrsprojekte im benachbarten Frankreich (Grand Genève) mitfinanziert werden. Ziel ist es, den täglichen Auto-Pendlerverkehr zu reduzieren – mit Park and Ride-Anlagen, dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder von Radwegen.
Und nun zu einer kommunalen Vorlage:
Die Stadt Zürich erhält neue strengere Regeln für den Bau von Hochhäusern. Die Stimmberechtigten bremsten die forschere Stadtratsvorlage (Stadtregierung) aus und entschieden sich in der Referendumsabstimmung für die zurückhaltendere Gemeinderatsvorlage (Parlament). Zusätzliche grossflächige Gebiete für 40 Meter hohe Gebäude wird es nicht geben. Bei Bauten über 60 Meter Höhe braucht es künftig einen Gestaltungsplan. Auch für die Nutzung der unteren und oberen Geschosse gelten in Zukunft strengere Regeln. Die Hochhausrichtlinien gehören zum BZO-Paket, Bau- und Zonenordnung, die aktuell revidiert wird.