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Erfolgreiche Bilanz zum Impuls Innenentwicklung
EspaceSuisse hat Gemeinden und Städte während zehn Jahren bei der anspruchsvollen Innenentwicklung praxisnah unterstützt. Mit über 140 Beratungen und 300 Ausbildungstagen zieht EspaceSuisse eine positive Bilanz – und zeigt auf, wo die künftigen Hürden in den Gemeinden und Quartieren liegen.
Impuls Innenentwicklung und RPG 1
Die Unterstützung in Zahlen #
Die Zahlen verdeutlichen die Reichweite des Angebots, das EspaceSuisse – auch dank dem Impuls – aufgebaut hat, um die geforderten Gemeinden und Städte zu unterstützen:
- 145 massgeschneiderte Beratungen: Erstgespräch, Beratung vor Ort, Stadt-/Ortsanalyse, Nutzungsstrategie, Dorfgespräch, Gassenclub.
- 40 partizipative Prozesse: Die lokale Bevölkerung wurde direkt in die Planung miteinbezogen.
- 10 regionale Trägerschaften: Zusammen mit 80 Facharchitektinnen und -architekten führten sie Haus-Analysen durch.
- Pool von 20 externen Expertinnen und Experten: Sie ergänzen das EspaceSuisse-Team Siedlungsberatung.
- Über 100 Best-Practice-Beispiele: online nach Stichworten abrufbar auf densipedia.ch, der Plattform für Innenentwicklung und Verdichtung.
- 300 Ausbildungstage: darunter 55 Seminare und Tagungen sowie 85 dreitägige Einführungskurse in die Raumplanung für lokale Entscheidungsträger.
Die Nachfrage verteilte sich über alle Landesteile: Hauptabnehmer der Beratungsangebote waren kleine und mittlere urbane Gemeinden sowie Agglomerationsgemeinden. Insbesondere Erstgespräche (26 %), Beratungen vor Ort (24 %) sowie Stadt-/Ortsanalysen (22 %) stiessen auf grosses Interesse.
Lausanne: Aus einem einstigen Busdepot wird ein Quartier mit Zentrumsfunktion.
(Quelle:Sonja Veckmanns)
Was die Innenentwicklung fördert – und was sie bremst #
Die Bilanz macht deutlich: Die Verdichtung funktioniert, erfordert jedoch die passenden Rahmenbedingungen und Instrumente. Als zentrale Erfolgsfaktoren haben sich unkomplizierte Erstkontakte, eine verständliche Sprache sowie die Kenntnis kantonaler Rechtsverfahren erwiesen. Besonders geschätzt wurde auch die neutrale Aussensicht, die EspaceSuisse bieten kann – vor allem auch bei einer verzwickten Ausgangslage.
Gleichzeitig offenbarten sich in der Praxis Hürden: Fehlender politischer Wille, starre Rechtsrahmen, die (Über-)Dimensionierung von Bauzonen oder unzureichende Mitwirkungsverfahren erschweren die Umsetzung. Die Akzeptanz in der Bevölkerung für Innenentwicklungsprojekte sinkt zudem rasch, wenn die Qualität der Freiräume in der Gemeinde nicht stimmt.
Neue Risiken im Blickfeld #
Der Blick in die Praxis zeigt, dass der Beratungsbedarf unverändert hoch bleibt. Raumplanerinnen und Raumplaner sowie verwandte Disziplinen stehen vor komplexen Herausforderungen:
- Banalisierung und Qualitätsverlust: Die lokale Baukultur wird ignoriert, was zu Identitätsverlust und Vorbehalten führt («hässliche Schweiz», «Dichtestress»).
- NIMBY und Frustration: Wenn die Grünflächen von Baulücken planlos verschwinden, wächst der Widerstand. Alibi-Mitwirkungen erzeugen Misstrauen.
- Soziale Verdrängung: Verdichtung in Kombination mit strengen Energievorgaben kann zur Gentrifizierung und zum Verlust der sozialen Durchmischung führen.
- Silo-Denken im Ingenieurwesen: Nach wie vor werden Strassensanierungen oder Gewässerrenaturierungen zu oft isoliert angegangen, anstatt mit der Raumentwicklung koordiniert.
- Strukturelle Probleme in den Gemeinden: Gute Raumplanung kostet, was vor allem für kleine Gemeinden mit geringem Budget schwierig ist. Hürden für die Innenentwicklung sind zudem fehlende Fachkompetenz sowie Uneinigkeit innerhalb der Gemeindeexekutive.
EspaceSuisse führt derzeit das Pilotprojekt «Conseil qualité» in La Sarraz VD durch, um der Banalisierung des Gebauten entgegenzuwirken und die lokale Baukultur zu fördern. Eine «mobile Qualitätskommission» aus vier externen Expertinnen und Experten unterstützt die Gemeinde auf Anfrage bei der Prüfung von Baugesuchen. Das Ziel: eine qualitativ hochwertige Verdichtung fördern, die sich in das bestehende und im ISOS eingetragene Ortsbild integriert. Dieses Experiment wird 2026 vom Förderprogramm des ARE und des BAK «Nachhaltige Orte mit hoher Lebensqualität» unterstützt.
EspaceSuisse bietet am kommenden 17. November um 12:00 Uhr ein Webinar an, um über diese Erfahrungen zu berichten: kostenlose Anmeldung und Programm.
Wo früher täglich 5000 Autos durch die Kirchgasse in Olten drängten…
(Quelle:Alina Sutter EspaceSuisse)
lädt heute eine autofreie Flanierstrasse zum Verweilen ein.
(Quelle:Tom Steiner)
Fazit – Was ist zu tun? #
Der Impuls Innenentwicklung hat in den letzten zehn Jahren entscheidend dazu beigetragen, die gebotene Verdichtung als zentralen Handlungsbereich bei Gemeinden, Städten und Kantonen zu verankern.
Die Aufgaben werden allerdings nicht einfacher: Themen wie Anpassung an den Klimawandel, Ortsbildschutz (ISOS), Wohnungsbau sowie die Aufwertung des öffentlichen Raums fordern die Gemeinden und Städte auch künftig heraus. EspaceSuisse wird sie als nationaler Verband für Raumplanung weiterhin bei ihrer Arbeit für qualitätsvolle Lebensräume unterstützen.
- Präsentation der Bilanz am Kongress vom 25. Juni 2026
- Link: «7 Impulse für eine qualitätsvolle Innenentwicklung»
- Arbeitshilfe «Interessenabwägung für eine qualitätsvolle Innenentwicklung»
- Denkanstösse zur Innenentwicklung
- R&U 3/24 Wohnraum schaffen und fördern (kostenlos abrufbar)
- R&U 1/2023 Orstkerne beleben (bitte einloggen)
