Inforaum — das Magazin für Raumentwicklung
Heute
Weniger Autobahn, mehr Fruchtfolgefläche
Der Zürcher Kantonsrat hat im Sommer beschlossen, die A50 bei Glattfelden von vier auf zwei Spuren zurückzubauen – ein ungewöhnlicher Schritt. Das freigewordene Land soll als Fruchtfolgefläche hergerichtet werden.
Autobahn A50 Viadukt über die Glatt, Glattfelden ZH
(Quelle:Jag 9889 Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0)
Es geht um eine vier Kilometer lange Strecke: Sie liegt im Norden des Kantons Zürichs und wird kaum genutzt. Der Kantonsrat hat deshalb auf Antrag der Regierung in einem klaren Votum beschlossen, die A50 auf zwei Fahrbahnen zu reduzieren. Die sogenannte Abklassierung zur Hauptstrasse ist damit im Richtplan festgesetzt und verbindlich.
Abbau statt Ausbau #
In Zeiten intensiver Diskussionen um den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist dieser Vorgang planerisch bemerkenswert. Der Kanton erhalte viel Handlungsspielraum, erklärte Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh während der Kantonsratsdebatte – im Kopf künftige Strassen- und Infrastrukturausbauten.
FFF statt Autobahn #
Denn beim erwähnten Spielraum geht es um die raren Fruchtfolgeflächen (FFF), die jeder Kanton in einem bestimmten Umfang sichern muss. Der Kanton Zürich verfügte per Ende 2025 über 44'614 Hektaren FFF – etwas über 200 Hektaren mehr als gefordert, eher knapp also.
Mit dem Rückbau der A50 werden zwölf Hektaren Land frei. Diese sollen teils als FFF, teils als Naturraum hergerichtet werden.