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Was tun, um Blockaden bei Bauprojekten zu vermeiden?

Unsere Gemeinde möchte mehr Wohnraum schaffen und plant zusammen mit einer Investorin eine Überbauung mit Wohnungen und Gewerbeflächen. Das Areal liegt zentral und scheint uns hierfür ideal. Allerdings befürchten wir ein langes Planungs- und Bauverfahren wegen Einsprachen. Wie können wir eine Blockade verhindern?

Eine blockierte Planung wird manchmal als persönliches Scheitern empfunden – als hätte man die eigene Gemeinde nicht im Griff. Solche Anfragen erreichen das Beratungsteam von EspaceSuisse deshalb kaum als direkte Anfrage für eine Unterstützung. Dabei sind Konflikte bei anspruchsvollen Wohnprojekten – und auch sonstigen Planungsvorhaben – normal: Wohnraumbedarf, Ortsbild, Verkehr, Freiraum, Nachbarschaft und Investitionsdruck treffen auf engem Raum aufeinander. Manche Konflikte schwelen schon länger unter der Oberfläche; das konkrete Projekt fördert sie dann zutage.

Die Frage ist also nicht, ob Konflikte auftreten, sondern wie eine Gemeinde damit umgeht.

Anfänglich wollte in einem Sempacher Einfamilienhausquartier niemand verdichten. Durch den Dialog erkannten die Eigentümerinnen und Eigentümer jedoch, dass sich mit einer Innenentwicklung auch Chancen ergeben.

(Quelle: Florian Inneman EspaceSuisse)

Mit einer guten Grundlage beginnen #

Vieles entscheidet sich, bevor der erste Konflikt sichtbar wird. Eine offene Informations- und Kommunikationskultur ist die wichtigste Grundlage: Wer früh und transparent über Absichten informiert – als selbstverständliche Praxis, nicht nur bei einem einzigen Projekt –, schafft Vertrauen. In der Folge braucht es eine ehrliche Partizipation mit klar definierten Spielräumen – also klare Aussagen, was gegeben ist und was verändert werden kann.

Wer Mitwirkung hingegen als Alibi-Übung einsetzt, untergräbt das Vertrauen – zuverlässig und nachhaltig.

Früh handeln statt durchziehen #

Blockaden gilt es früh zu erkennen: Gerüchte oder heftige Reaktionen auf erste Skizzen sind Warnsignale. Wer allein auf die formelle Mitwirkung im Planungsverfahren als Minimallösung setzt, reagiert zu spät und verbaut sich die Möglichkeit, Warnsignale beizeiten wahrnehmen zu können. Denn die Mitwirkung findet in der Regel erst spät im Planungsprozess statt. Ein früher Dialog heisst nicht, jedes Planungsdetail basisdemokratisch auszuhandeln, sondern Konfliktlinien sichtbar zu machen und Spielräume auszuloten.

Externe Hilfe in Anspruch nehmen #

Verhärten sich die Fronten doch, lohnt sich externe Hilfe – abgestuft nach Eskalation: Eine neutrale Moderation lenkt festgefahrene Gespräche in geordnete Bahnen.

Ist der Konflikt persönlich aufgeladen oder die Konfliktlage komplexer, kann beispielsweise eine Mediation hilfreich sein: ein strukturierter Prozess, der Interessen offenlegt und von der Konfrontation zurück zur Kooperation führt. Durch den Blick auf die Interessen hinter den Positionen entstehen Spielräume.

Beim Projekt Wankdorfcity 3 in Bern wurde die Baubewilligung in Rekordzeit erteilt. Dank partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Und es gab keine Einsprachen. 

(Quelle: Rolf Mühlethaler Architekten)

Eine Frage der Planungskultur

Konflikte lassen sich nicht vermeiden, sie sind menschlich. Gemeinden können aber lernen, sie weder als Makel noch als unlösbares Hindernis zu sehen.

Wenn Sie sich als Gemeinde an die Planung eines Projekts machen, setzen Sie auf gute Kommunikation und ehrliche Beteiligung. So lassen sich Konflikte früh erkennen, konstruktiv bearbeiten und bei Bedarf mit externer Unterstützung klären. Damit bleibt oder kommt Ihr Projekt wieder in Bewegung.

Und mit der guten Kommunikationskultur beginnen Sie am besten schon heute – unabhängig davon, ob bereits ein konkretes Projekt ansteht. #