Inforaum — das Magazin für Raumentwicklung
25. Sept. 2026
Trendwende beim Wohnungsbau in Sicht
Der Bund geht davon aus, dass künftig wieder mehr Wohnungen gebaut werden. Neue Zahlen von Wüest Partner bestätigen dies, allerdings entstehen die Wohnungen nicht unbedingt da, wo die Nachfrage am höchsten ist.
Die Knappheit im Mietwohnungsmarkt trifft insbesondere kaufkraftschwache Haushalte in urbanen Räumen sowie Hot Spots in den Bergen: je röter, desto knapper.
(Quelle:BWO)
Der neuste Online-Monitor zum Wohnungsmarkt sieht «Silberstreifen am Horizont». Seit 2024 sei die Anzahl Baubewilligungen wieder angestiegen, die Anzahl der Baugesuche noch deutlicher. Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) erwartet entsprechend, dass der Wohnungsbestand ab 2027 wieder stärker wächst.
Auch die Beratungsfirma Wüest Partner prognostiziert die Trendwende: Laut einem neuen Bericht ist für 2026 und 2027 mit einem spürbaren Anstieg der Wohnungsproduktion zu rechnen. Vor allem in der Peripherie und in kleinen und mittleren Zentren werde vermehrt gebaut; am stärksten ist die Nachfrage allerdings in den grossen Städten.
Ob der Zuwachs an Wohnraum mit dem Wachstum der Haushalte Schritt halten kann, ist offen. Das BWO ist skeptisch, «wenn man vom aktuellen Verdichtungsverhalten bei der Bautätigkeit ausgeht». Gemeint ist, dass auf eine bauliche Verdichtung (mehr Wohnungen) nicht unbedingt eine soziale Verdichtung (mehr Menschen darin) folgen muss.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Frage, ob die Bauwirtschaft ausreichend Kapazität hat, um die bewilligten Wohnungen zu bauen.